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Jugendmedientage BW: Eine Überdosis Langeweile

Jugendmedientage BW: Eine Überdosis Langeweile

Widerstand, Gewalt und Chaos erwartet einen am 1. Mai in Berlin-Kreuzberg. Was das für einzelne Individuen bedeutet, wird in dem Film „1. Mai – Helden der Arbeit“ beleuchtet.

 
 

Der deutsche Episodenfilm „1. Mai – Helden der Arbeit“ von den Drehbuchautoren Carsten Ludwig, Michael Proehl, Oliver Ziegenbalg und Jakob Ziemnicki spielt in Berlin-Kreuzberg am 1. Mai. An diesem Tag passiert dort das, was jedes Jahr zum 1. Mai passiert: Es gibt Krawalle! In drei gleichzeitig ablaufenden Geschichten wird der Tag aus der Sicht von verschiedenen Protagonisten gezeigt.

Zwei Jugendliche entfliehen dem Abistress

Da wären zum einen die zwei Jugendlichen Pelle und Jacob, die nach Berlin reisen, um dem Abistress zu entkommen und die Ausschreitungen mitzuerleben. Da dort nichts passiert, sind sie frustriert. Damit der Berlinbesuch doch noch zum Erfolg wird, besorgen sie sich Drogen. Die Geschichte der beiden endet schließlich im Urban Krankenhaus Kreuzberg, in welches Jacob wegen einer Überdosis eingeliefert wird.

Ein weiterer Protagonist ist Uwe, ein Provinzpolizist, der für den 1. Mai nach Berlin abgestellt wird, um Unruhen zu verhindern. Da seine Frau untreu ist und er merkbar nicht bei der Sache ist, raten ihm seinen Kollegen in einem Bordell Dampf abzulassen. Doch dieser Ausflug bringt ihm nicht die gewünschte Erleichterung, sondern weitere Probleme: Seine Dienstpistole wird geklaut und er gerät in eine Schlägerei. Nun auch körperlich verletzt, landet auch er im Kreuzberger Krankenhaus.

Migrant trifft auf 68er

Zuletzt sind da noch der elfjährige, türkisch-stämmige Yavuz und der Alt-68er Harry. Die beiden verbindet scheinbar wenig, doch trotzdem errichten sie zusammen eine Straßenbarrikade. Yavuz möchte bei den Krawallen mitmischen, um seinem Bruder zu beweisen, wie stark und erwachsen er ist. Harry lebt gänzlich in der Vergangenheit und hofft jedes Jahr darauf, dass die Anarchie und das Chaos der 70er Jahre endlich mal wieder am 1. Mai zu erleben sind. Unter Einfluss von Alkohol und im Sog der Gewalt attackiert Yavuz Harry und verletzt ihn so sehr, dass er ins Urban Krankenhaus in Kreuzberg eingeliefert wird.

In einer der letzten Szenen wird die ganze Abstrusität der Ereignisse klar. Während alle Beteiligten ihre schweren Wunden lecken, die sie sich in den 24 Stunden in Berlin zuzogen, sagt der Nachrichtensprecher, dass es die ruhigste Mainacht seit Jahren war.

Was all diese Geschichten mit dem ursprünglichen Gedanken des 1. Mai zu tun haben, kann der Film nicht beantworten, aber genau das ist auch seine Aussage. Es gibt keinen Zusammenhang mehr zwischen dem traditionellen Demonstrieren für die Rechte der Arbeiter und dem heutigen Krawalltourismus.

Viele Fragen, keine Antworten

Die eigentliche Intention des Regisseure wird durchaus gut umgesetzt. Es wird offenbart, wie abstrus das Verhalten aller Beteiligten ist. Doch die wenigsten Reaktionen wirken menschlich, so dass dem Zuschauer eine Identifikation mit den Figuren des Films unmöglich wird. Zu sehr leiden sie an Psychosen und zu sehr wurden ihre Geschichten übertrieben.

Viele Fragen bleiben im Film unbeantwortet, doch sehenswert ist er auf jeden Fall. So bleibt festzustellen, dass dem Zuschauer nicht dass passieren kann, was für die Beteiligten scheinbar der Grund für ihr Handeln war: Sie langweilen sich!

Weiterführende Links

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